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Norm-WissenStoßartenISO 17660

Stoßarten beim Betonstahlschweißen: Stumpfstoß, Überlappstoß und Kreuzungsstoß erklärt

25. Juni 2026 · 2 min Lesezeit · BetonStahl Schweißen

Eine der grundlegenden Anforderungen der DIN EN ISO 17660 ist die stoßartspezifische Qualifikation: Für jeden der drei Stoßtypen braucht es eine eigene Schweißanweisung (WPS) und eine eigene Schweißerqualifikation. Was auf den ersten Blick bürokratisch wirkt, hat einen guten Grund — die drei Stoßarten unterscheiden sich in Geometrie, Belastungsrichtung und Fehleranfälligkeit erheblich.

Stoßart 1: Stumpfstoß (Butt Weld, BW)

Der Stumpfstoß verbindet zwei Bewehrungsstäbe an ihren Stirnflächen. Er wird eingesetzt, um Stäbe in Längsrichtung zu verlängern — zum Beispiel bei Stoßverbindungen von Längsbewehrung in Stützen oder Wänden. Der Stumpfstoß überträgt Zugkräfte in Stabrichtung und ist statisch hochbelastet.

Beim Stumpfstoß ist die Schweißnahtqualität besonders kritisch: Lunker, unvollständige Durchschweißung oder Risse in der Naht können die volle Kraft des Stabes nicht übertragen. Die WPS muss den Schweißprozess, die Vorwärmung und die zulässigen Stabdurchmesserbereiche präzise festlegen.

Stoßart 2: Überlappstoß (Fillet Weld, FW)

Der Überlappstoß verbindet zwei parallele Stäbe, die nebeneinandergelegt werden. Er ist in Bewehrungsgittern verbreitet — etwa wenn Querstäbe auf Längsstäbe aufgelegt und verschweißt werden. Die Schweißnaht läuft als Kehlnaht an beiden Seiten des Überlapps.

Verglichen mit dem Stumpfstoß ist der Überlappstoß in der Ausführung einfacher, aber die Stoßlänge und die Kehlnahtdicke sind normativ festgelegt. Zu kurze Überlappungslängen oder zu dünne Kehlnähte führen zu unzulässig geringer Tragfähigkeit.

Stoßart 3: Kreuzungsstoß (Kreuzschweißung)

Der Kreuzungsstoß verbindet zwei sich kreuzende Bewehrungsstäbe — einen Längsstab und einen Querstab, die rechtwinklig oder schräg aufeinanderliegen. Er ist in Bewehrungsmatten und -körben die häufigste Schweißverbindung.

Die Anforderungen an den Kreuzungsstoß sind besonders streng, was das Stabdurchmesser-Verhältnis betrifft: Der Durchmesser des dünneren Stabs darf das Verhältnis zum dickeren Stab nur innerhalb normativ festgelegter Grenzen unterschreiten. Außerhalb dieser Grenzen ist der Kreuzungsstoß mit Schmelzschweißen nicht zulässig — eine häufige Fehlerquelle bei Betrieben, die die Norm nicht konsequent anwenden.

Praktische Konsequenz für Betriebe

Jede Stoßart erfordert eine eigene WPS und eine eigene Schweißerqualifikation. Ein Schweißer, der für den Überlappstoß qualifiziert ist, darf keinen Kreuzungsstoß schweißen — auch wenn er technisch dazu in der Lage wäre. Das WPS-Register des Betriebs muss alle tatsächlich ausgeführten Stoßarten abdecken. Fehlende WPS für eine verwendete Stoßart ist einer der häufigsten Befunde im DVS-Zert-Betriebsaudit.

BetonStahl Schweißen bildet die Stoßart-Matrix im WPS-Register ab und verhindert durch eine Validierungslogik, dass Schweißnähte einer WPS zugeordnet werden, für die der Schweißer oder die Stoßart-Kombination nicht qualifiziert ist.

BetonStahl Schweißen führt alle ISO-17660-Pflichtdokumente digital — lückenlos und audit-sicher.

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