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Audit-PraxisISO 17660DVS-ZertAudit

Die 6 häufigsten Audit-Fehler beim ISO-17660-Betriebsaudit

25. Juni 2026 · 3 min Lesezeit · BetonStahl Schweißen

Der DVS-Zert-Betriebsaudit kommt alle drei Jahre — und er ist ernster als viele Betriebe erwarten. Prüfer gehen systematisch durch das gesamte Dokumentationssystem. Wer an einem der folgenden sechs Punkte scheitert, riskiert Nachforderungen, Terminverschiebungen oder im schlimmsten Fall das Nichtbestehen.

Fehler 1: Abgelaufene Schweißerscheine im Fertigungsbuch

Der häufigste Befund: Im Fertigungsbuch werden Schweißnähte einem Schweißer zugeordnet, dessen DVS-1146-Bescheinigung zum Schweißzeitpunkt bereits abgelaufen war. Das ist nicht nur ein formaler Fehler — es bedeutet, dass der Schweißer die Naht ohne gültige Qualifikation ausgeführt hat. Prüfer prüfen Schweißdaten gegen Bescheinigungslaufzeiten gezielt.

Lösung: Das Fertigungsbuch muss den Qualifikationsstatus des Schweißers zum Schweißzeitpunkt dokumentieren — nicht nur seinen aktuellen Status.

Fehler 2: WPS fehlt für verwendete Stoßarten

Im Betrieb werden drei Stoßarten geschweißt — im WPS-Register gibt es nur Anweisungen für zwei davon. Der dritte Stoß wurde "nach Erfahrung" ausgeführt, weil eine passende WPS "noch nicht fertig" ist. Das ist eine schwerwiegende Abweichung: Ohne WPS darf der Stoß nicht geschweißt werden.

Lösung: Vor dem Audit das WPS-Register vollständig gegen alle im Betrieb tatsächlich ausgeführten Stoßarten und Stabdurchmesserbereiche abgleichen.

Fehler 3: Fehlende oder lückenhafte Arbeitsprobe-Dokumentation

Die ISO 17660 verlangt mindestens 8 Arbeitsproben je Schweißer in 24 Monaten, davon mindestens 2 im letzten Halbjahr. Viele Betriebe führen die Arbeitsproben durch — aber dokumentieren sie nicht oder nur unvollständig. Im Audit zählt nur, was dokumentiert ist.

Lösung: Jede Arbeitsprobe sofort nach Durchführung im System erfassen: Datum, Prüfer, Ergebnis, Stoßart.

Fehler 4: Qualifikation der Schweißaufsicht nicht nachgewiesen

Die Schweißaufsicht muss nach DIN EN ISO 14731 fachkundig sein. Für das Betonstahlschweißen ist zusätzlich die DVS-EWF-1175-Qualifikation erforderlich. Fehlt dieser Nachweis oder ist er abgelaufen, kann die gesamte Herstellerqualifikation nicht aufrechterhalten werden.

Lösung: DVS-EWF-1175-Zertifikat der Schweißaufsicht rechtzeitig verlängern und im Audit-Ordner bereithalten.

Fehler 5: Betriebszeugnis läuft während des Audits ab

Das klingt unwahrscheinlich, passiert aber: Das laufende Betriebszeugnis läuft kurz vor oder während des Verlängerungsaudits aus. Wird das Verlängerungsaudit nicht rechtzeitig beantragt, entsteht eine Lücke — der Betrieb ist für diesen Zeitraum formal ohne gültige Herstellerqualifikation.

Lösung: Verlängerungsaudit mindestens vier Monate vor Ablauf des Betriebszeugnisses beantragen.

Fehler 6: Fertigungsbuch enthält keine WPQR-Referenzen

Die Schweißanweisung (WPS) muss auf einem dokumentierten Verfahrensprüfungsnachweis (WPQR) basieren. Manche Betriebe haben WPS-Dokumente, die keiner WPQR zugeordnet sind — entweder weil sie "selbst erstellt" wurden oder weil die WPQR nicht auffindbar ist. Prüfer verlangen die vollständige Kette: WPQR belegt WPS, WPS liegt Naht zugrunde.

Lösung: WPS-Register vollständig mit WPQR verknüpfen und beide Dokumente gemeinsam archivieren.


Selbstprüfungs-Checkliste vor dem Betriebsaudit

  • Alle Schweißerscheine gültig und für die jeweiligen Stoßarten qualifiziert?
  • WPS vorhanden für alle im Betrieb ausgeführten Stoßarten und Stabdurchmesserbereiche?
  • Arbeitsprobe-Dokumentation vollständig (8 in 24 Monaten, 2 im letzten Halbjahr)?
  • Qualifikation der Schweißaufsicht (DVS-EWF-1175) gültig?
  • Betriebszeugnis-Verlängerung rechtzeitig beantragt?
  • Jede WPS mit WPQR verknüpft und archiviert?

BetonStahl Schweißen führt diese Checkliste digital und zeigt offene Punkte automatisch an — damit nichts erst beim Prüfer-Termin sichtbar wird.

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